CBOE feiert Rekordhoch im Handelsvolumen von Bitcoin-Futures

Die amerikanische Terminbörse CBOE feiert in dieser Woche einen neues Rekordhoch im Handelsvolumen der im vergangenen Jahr neugeborenen Bitcoin-Futures. Am Mittwoch gelang der Börse der Verkauf von knapp 19.000 Verträgen – dem Dreifachen eines durchschnittlichen Handelstages. Auch Konkurrent CME verdoppelte seine Verkaufszahlen. Woher die plötzliche Anlagewut der Kunden rührt, ist unbekannt.

Bitcoin-Futures sind gefragt wie nie: Wie die Marktdaten der Terminbörsen CBOE und CME zeigen, könnte das Interesse an den bitcoin-basierten Zukunftskontrakten dieser Tage kaum höher sein.

Am Mittwoch schossen die Verkaufszahlen beider Börsen scheinbar plötzlich in die Höhe. Während CME seine Verkäufe verdoppelte, erlebte CBOE sogar den bisherigen Höchststand gehandelter Kontrakte seit deren Markteinführung vor fünf Monaten. So gelang der Börse der Verkauf von insgesamt knapp 19.000 Verträgen und damit dem Dreifachen eines üblichen Handelstages.



 „Gestern haben wir das höchste Tagesvolumen für Bitcoin-Futures seit ihrer Einführung hier bei CBOE vor fast fünf Monaten erlebt. Das durchschnittliche tägliche Volumen liegt bei 6.600 verkauften XBT Bitcoin-Futures. Gestern [Mittwoch] lag das Handelsvolumen bei dem Dreifachen“,

berichtet Kevin Davitt von CBOE in einem Social-Media-Video vom für die Börse denkwürdigen Handelstag.

Angaben zufolge konnten am Mittwoch 18.210 auf Mai, 703 auf Juni und 87 auf Juli datierte Kontrakte verkauft werden. Der bisherige Verkaufsrekord hingegen lag bei 15.500 Verträgen mit Ablauf der ersten Verkaufsrunde im Januar, so Davitt.

Ursachen: Unbekannt

Dass der Verkaufsboom die Börsen verhältnismäßig unerwartet getroffen haben wird, zeigt der Blick auf die Verkaufsstatistik der vorausgehenden Wochentage. Am Montag dieser Woche etwa wurden mit nur 3.881 unterdurchschnittlich viele Verträge an den Mann gebracht.

Wer jedoch die Käufer sind und wo die Ursachen der Kaufwut liegen, ist derzeit nicht abzuschätzen.

Denn während beim Handelsrekord im Januar noch anfänglicher Hype mit Ablauf der ersten Verkaufsrunde eine befeuernde Rolle gespielt haben mag, standen am Mittwoch keine solch einschlägigen Ablaufdaten auf dem Terminkalender. Monatlich kaufende Kunden sind damit für den Sprung auszuschließen.

Die CBOE hingegen hegt andere Hoffnungen:

„Wir werden natürlich beobachten, ob es sich nur um einen Ausreißer handelt oder ob mehr und mehr institutionelle Käufer ihren Blick auf den Kryptomarkt richten“,

beschreibt Davitt die Vision der Branche, mehr Großkunden für den Kauf der Derivate anzuziehen.

Unabhängig davon erfreuten sich die Zukunftskontrakte momentan großen Interesses.

Zum Hintergrund

Im Dezember vergangenen Jahres hatten die Chicagoer Terminbörsen CBOE und CME die Bitcoin-Zukunftskontrakte auf den Markt gebracht. Als Future-Derivate werden börsen-gehandelte Termingeschäfte bezeichnet. Sie verpflichten den Käufer, etwa eine bestimmte Menge Bitcoin zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis oder Wechselkurs zu liefern oder zu kaufen. Mit den Futures aus dem Hause CBOE etwa sind Kurswetten mit Laufzeiten über mehrere Wochen, Monate, aber auch quartalsmäßig möglich.

Grundsätzlich gelten Futures an der Börse als hochriskant, weil mit ihnen in kürzester Zeit große Gewinne, gleichzeitig jedoch enorme Verluste möglich sind.

Während weltweit mehr und mehr Börsen selbst Bitcoin-Futures für ihre Kunden ins Visier nehmen, plant die CBOE bereits den nächsten Coup. So wollen die Chicagoer ihr Angebot mit sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs) ausweiten. Solche Kontrakte würden es Anlegern ermöglichen, auf die Entwicklung des Bitcoin-Kurses zu wetten. Die zuständige US-Behörde Securities and Exchange Commission jedoch hat entsprechende Listungsanträge bisher stets abgelehnt oder Entscheidungen vertagt. Sie hält insbesondere den noch jungen Bitcoin-Markt für „nicht liquide“ genug und schwierig zu bewerten.

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Über David Barkhausen

David BarkhausenDavid Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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