Bitcoin: Neue Super-Hausse oder platzt der Rally-Traum erneut? – 25.05.19 – Börse Online

Die Kryptowährung Bitcoin macht wieder Schlagzeilen. Der Kurs hat sich innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. Wieder werden neue Rekorde ausgerufen. Steht eine neue Super-Hausse bevor oder platzt der Rally-Traum erneut? Von B. Hanne und E. Eder, Euro am Sonntag

Zehn Jahre nach der Entstehung des Bitcoins macht sich in der Welt der Kryptowährungen wieder Goldgräberstimmung breit. Der Kurs legte innerhalb eines Monats um 40 Prozent zu. Marktbeobachter ziehen bereits Parallelen zum Jahr 2016, als der große Hype gestartet war.

Nach dem Absturz von fast 20.000 auf 3.200 Dollar 2018 war das Interesse an Bitcoins nahezu er­loschen. Nun verändert sich aber die Wahrnehmung der Anleger. Der Bitcoin und die dahinterstehende Technologie stehen an einer entscheidenden Abzweigung. So wächst das Interesse von seriösen Konzernen, die Vorteile der Kryptowährung zu nutzen. Und es steht zudem eine bei der Erfindung des Bitcoins bereits eingebaute Verknappungsmaßnahme bevor, das sogenannte Halving. Beide Faktoren zusammen könnten einen neuen Hausse- Zyklus auslösen.

Der Krypto-Hype von 2017, als der Bitcoin-Kurs um über 1.300 Prozent stieg, wird mit der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende verglichen. Die Parallelen sind offensichtlich: Nach dem extremen Anstieg verlor der Bitcoin binnen eines Jahres fast 80 Prozent seines Werts.

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Das Platzen der Dotcom-Blase war bekanntlich nicht das Ende der Internetbranche. Im Gegenteil: Die folgende Generation an Unternehmen wie Amazon oder Google war um ein Vielfaches erfolgreicher als die Vorgänger. Genau das erhoffen sich viele Experten auch von Kryptowährungen und der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie.

Eine Vielzahl an positiven Nachrichten untermauert diese Erwartungen: Spekulationen, dass Unternehmen wie Ebay und Amazon Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren wollen, befeuern die Kurse genauso wie das wachsende Interesse institutioneller Anleger wie etwa Fidelity, die sich am Kryptomarkt beteiligen wollen. Zudem deutet sich an, dass Kryptowährungen immer stärker in den Alltag vordringen. Es kursieren Gerüchte, dass die IT-Riesen Samsung und Facebook eigene Kryptowährungen entwickeln wollen.

Sogar der Handelskonflikt zwischen China und den USA heizt den Kurs an. Da Chinas Währung Yuan unter Druck geraten ist, wird vermutet, dass viele Chinesen in die Kryptowährung Nummer 1 flüchten, um sich abzusichern.

Der wichtigste Grund für die aktuelle Euphorie ist jedoch das sogenannte ­Halving. Das ist ein Mechanismus, der künstlich Knappheit erzeugen und Coin-Inflationen vermeiden soll. Das Halving wurde beim Bitcoin – im Gegensatz zu den meisten anderen Krypto­währungen – bereits mit der Erfindung im Code eingebaut.

Denn Bitcoins entstehen in einem wechselseitigen Prozess: Diejenigen, die Rechenleistung bereitstellen, um Transaktionen zu bearbeiten und zu verifizieren, werden dafür mit Bitcoins belohnt. Um die Menge der Bitcoins dadurch jedoch nicht unkontrolliert wachsen zu lassen, wird diese Belohnung in regelmäßigen Abständen automatisch halbiert. Von den auf maximal 21 Millionen Stück limitierten Bitcoins wurden auf diesem Weg bereits 17,6 Millionen erschaffen. Nach dem nächsten anstehenden Halving, das für Ende Mai 2020 erwartet wird, wird das auch „Schürfen“ oder „Mining“ genannte Bereitstellen der Rechenleistung nur noch mit 6,25 Bitcoins entlohnt. 2009 hatten Schürfer noch 50 Bitcoins erhalten, zuletzt waren es noch 12,5.

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Bildquelle: Benoit Tessier/Reuters

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