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Bitcoin (mal wieder) unter Druck

3. April 2018

So manch einer stimmt schon den Abgesang auf Kryptowährungen an. Und das ist kein Wunder angesichts des Niederganges der Digitalwährungen, wenn man auf die Kurse schaut: Im vergangenen Monat hat der Bitcoin – immer noch die unangefochtene Nummer Eins unter den Kryptowährungen –  noch einmal rund 30 Prozent seines Wertes eingebüßt. Für unter 6000 Euro ist eine dieser digitalen Münzen derzeit zu haben. Zum Vergleich: Im Dezember war die Kryptowährung zeitweise das Dreifache wert. Einer der Hauptgründe für den Kursverfall: Gegenwind von den Regulierern aus vielen Ländern und Wirtschaftsregionen.

Junge Fans in Asien

So hat die chinesische Zentralbank vor, den Markt der Kryptowährungen stärker und strenger zu regulieren. Sie sieht die digitalen Währungen tendenziell als eine Gefahr für die Stabilität der eigenen Landeswährung Yuan. „Eines unserer Ziele ist die strenge Qualitätskontrolle des Yuan durch Korrekturmaßnahmen verschiedener Kryptowährungen“, heißt es von den obersten Währungshütern im Reich der Mitte. Auch andere Länder wie Südkorea und Japan hatten eine stärkere Regulierung der Digitalwährungen in die Diskussion gebracht. Das hatte zeitweise zu dramatischen Kursstürzen im Verlauf der vergangenen Monate geführt. Denn immer noch sind es junge Menschen vor allem in Asien, die begeisterte Anhänger der „Kryptos“ sind.

„Der aktuelle Kursverfall tut schon etwas weh“, sagt auch Hendrik Leber vom Vermögensverwalter Acatis. Er hat für sich persönlich und seine Vermögensverwaltung in Digitalwährungen investiert, ist insofern also parteiisch. Er kann der wachsenden Regulierung allerdings auch etwas Positives abgewinnen: „Je mehr Regulierung, desto stabiler die Währungen. Mittlerweile denken einige Finanzdienstleister und Banken darüber nach, Konten für Kryptowährungen anzubieten. Das alles kann dazu beitragen, Kryptowährungen aus ihrer Schmuddelecke heraus zu holen.“

Thema bei G20

Die Notwendigkeit hierzu sehen auch viele Zentralbanken mittlerweile. Denn sie und ihre jeweiligen Regierungen haben das Thema in den Fokus genommen. So haben beispielsweise auch die G-20-Staaten kürzlich bei ihrem Finanzministertreffen in Argentinien über das Thema gesprochen und über mögliche Regulierungen nachgedacht. Auch die US-Börsenaufsicht SEC hat ihre Gangart verschärft und will verstärkt Hedgefonds überprüfen, die das Geld ihrer Kunden in Kryptowährungen gesteckt haben.

Denn eines zumindest ist sicher: Als sichere Investments können digitale Währungen allein auf Grund ihrer enormen Kursschwankungen noch lange nicht gelten. Innerhalb weniger Monate sind die Kurse dieser  vermeintlichen digitalen Heilsbringer im vergangenen Jahr explodiert, um in den ersten Wochen dieses Jahres wieder einzukrachen. „Zurzeit muss man vielleicht eher ein Auge darauf haben, dass die Erwartungen nicht ausgenutzt werden“, sagt auch Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank. „Es geht also darum, diejenigen zu schützen, die sich vielleicht nicht so gut auskennen in diesen Dingen.“ In erster Linie also geht es um Verbraucherschutz und Aufklärung.

Venezuela - Venezuela startet eigene Kryptowährung Petro - Präsident Maduo (Reuters/M. Bello)

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro gibt den Startschuss für die Kryptowährung „Petro“

Noch beherrschbares Problem

Einer der zentralen Punkte der Kritik an Kryptowährungen ist die Frage, inwieweit es sich überhaupt um klassische Währungen handelt. Die Bundesbank beispielsweise spricht nicht von digitalen Währungen, weil hinter ihnen keine bürgende Instanz wie eine Zentralbank stehe. In diesem Zusammenhang interessant sind Versuche, digitale Währungen an reale Güter zu koppeln. So hat Venezuela beispielsweise den Petro herausgegeben – eine digitale Währung, die mit den Ölreserven des Landes gedeckt sein soll. Ob allerdings der venezolanische Staat als Bürge vertrauenswürdig erscheint, ist eine ganz andere Frage.

Jedenfalls sehen Volkswirte wie Ulrich Kater durch Digitalwährungen noch keine Gefahr für die Realwirtschaft – auch wenn die Kurse in den Keller rauschen. „Zur Zeit ist dieses Segment des Finanzmarktes noch viel zu gering, als dass ein Kursverfall volkswirtschaftliche Auswirkungen haben könnte.“ Deswegen sei aus seiner Sicht aktuell auch noch keine strenge Regulierung erforderlich.

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